Verfasste Studierendenschaft

Was ist die Verfasste Studierendenschaft (VS)?

Sie ist ein eigenständiges Gremium innerhalb der Uni, zur studentischen Interessenvertretung. Die VS hat einen eigenen Haushalt und eine eigene Satzung. Sie ist ein eigenständiges und rechtsfähiges Organ. Damit ist die VS berechtigt Verträge abzuschließen und Verhandlungen zu führen (z.B. Semesterticket) und darf sich sowohl zu politischen als auch hochschulpolitischen Angelegenheiten äußern.
Die Verfasste Studierendenschaft wurde 1977 von der damaligen CDU-Landesregierung abgeschafft. Dies bedeutete, dass sich der AStA ( Allgemeiner Studierenden Ausschuss) nur noch zu musisch, kulturellen und sportlichen Ereignissen bekennen durfte. Um dem entgegen zu wirken bildete sich alsbald der u-AStA (der unabhängige ASta).

An der Freiburger Uni ist die VS durch das „neue Mischmodell“ mit einer erstaunlichen Mehrheit von den Studenten gewählt worden. Was genau verbirgt sich aber jetzt darunter? 

 

Das neue Mischmodell – der Kompromiss !

1. Die Fachschaften
Starke Fachschaften haben als einzige das Potenzial eine permanente Rückbindung an die Studierenden zu sichern.

2. Initiativen
Es wird immer Studierende geben, die sich nicht ausreichend von ihrer Fachschaft vertreten fühlen. Sei es, weil ihnen ihre Fachschaft politisch nicht aus dem Herzen spricht, oder weil sie besondere Interessen haben. Diesen Studierenden wollen wir die Möglichkeit einräumen, Initiativen zu gründen und mit Gleichgesinnten ihre Vertretung als Teil der Legislative in die eigene Hand zu nehmen.

3. Das richtige Mischungsverhältnis
Die Fachschaften stellen in diesem Modell die Regelform dar, wie Studierende vertreten werden. Dementsprechend müssen die Fachschaften immer in der Lage sein, gemeinsam beschließen zu können was sie für nötig erachten.
Daneben stehen die Initiativen. Jeder kann eine Initiative gründen und antreten. Dabei werden die Listen mit den meisten Stimmen gewählt (nach dem Adams-Verfahren). Diese sollen Ideen einbringen und Diskussionen anregen, jedoch die Abstimmungen nur dann entscheidend beeinflussen, wenn die Fachschaften sich uneinig sind. Auf diese Weise können Minderheitenpositionen und Gruppen, die über die gesamte Universität verstreut sind, wie beispielsweise Lehrämterler*innen, vertreten werden.
Um möglichst vielen Initiativen die Chance zu geben mitzuwirken haben diese jeweils eine Stimme. Unbenommen davon können beliebig viele VertreterInnen und Einzelpersonen jederzeit ihre Meinung kundtun und auch Anträge im Studierendenrat stellen. Schließlich sind alle Sitzungen in diesem Modell offen und Transparenz gegenüber den Studierenden ein wichtiges Element.

 

Was verändert sich?

Nun stellt sich die Frage, was die Verfasste Studierendenschaft für uns bedeutet, bzw. was sich nun ändert?

Die VS konstituiert sich voraussichtlich am 1.Oktober 2013.

Was vormals Fachschaft hieß, nennt sich nun Fachbereich (FB). Dieser umfasst mindestens 200 Studis, da dies nicht in jedem Fach gewährleistet ist, sind manchmal 2 Fächer zusammengefasst worden zu einem Fachbereich. Zu den FB-Sitzungen dürfen alle Studis des Faches kommen und sich an der Diskussion beteiligen, es sind alle jederzeit Antrags-, Stimm- und Redeberechtigt. Jeder FB muss Ergebnisprotokoll der Sitzung anfertigen und veröffentlichen.

Der FB wählt einen Fachbereichsvertreter (FaVe) dieser vertritt die Meinung des FB im StudierendenRat (StuRa). Dabei muss sich dieser Vertreter an die Beschlüsse der FB-Sitzungen halten, es gilt das imperative Mandat.

StuRa beschließt über alle Angelegenheiten der Studierendenschaft, soweit keine bindenden Beschlüsse einer Urabstimmung oder Vollversammlung vorliegen. Er wählt die Mitglieder des AStA und der WSSK. Die vom Studierendenrat gewählten Personen sind verpflichtet sich an die Beschlüsse zu halten. Die gewählten oder vorgeschlagen Personen sind der Studierendenschaft Rechenschaft schuldig und sie haben eine Berichtspflicht im Studierendenrat.